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24 Stunden unterweg mit der Reiterhofchefin: Der Job als Lebensart

Ein Montagmorgen im März: Draußen ist es noch stockdunkel. Vor dem glimmenden Kaminofen schnarcht Hofhund Bella friedlich monoton. Nur neben dem Bett von Reithofchefin Claudia Henseler erhellt der kleine Monitor einer Überwachungskamera den Raum. Punkt 6 Uhr ist es mit der Ruhe vorbei. Frauen drehen sich gern noch einmal um, wenn der Wecker klingelt. Spätestens bei der zweiten Wiederholung dieses Klischees hat Comedian Mario Barth die Lacher auf seiner Seite. Klingelt allerdings bei Claudia Henseler um 6 Uhr früh der Wecker, krabbelt Reiterhofchefin ohne Drehung aus den Federn. Das fällt der 43-Jährigen nicht immer leicht, doch ihre rund 30 Pferde haben Hunger. Nach einer Tasse Kaffee aus dem Automaten ist sie fit für die erste Tour über ihren Hof. Kaum öffnet sie die Haustür, begrüßen die Vierbeiner die Landwirtin mit freudigem Gewieher. Mit ihr stürmt Bella aus dem Haus. Jedes Pferd bekommt jetzt die erste Portion Heulage aus Claudia Henselers Armen. Die tagtägliche Routinearbeit ist schnell erledigt, kommt es nicht zu Komplikationen. Nach über 20 Jahren Leben mit dem Pferden spürt die Reithofbesitzerin sofort, wenn sich einer ihrer Schützlinge anders verhält als normal. Jetzt in der Abfohlsaison hat sie ein besonderes Auge auf die tragenden Stuten und frisch geborenen Fohlen. Aber auch die Stalltechnik, beheizbare Tränken, Wasserversorgung und Stallkamera kontrolliert sie bei ihrem Rundgang. Zum Glück ist der Frühstückstisch gedeckt, wenn sie zurück ins Haus kommt. Bei Brötchen und Kaffee unterhält sich die Familie über den bevorstehenden Tag. Dann ist die Reiterhofchefin allein mit Hund und Katzen in der alten Reetdachkate. Ehemann Gerald macht sich auf den Weg ins Büro, Tochter Daisy fährt zur Schule. Nach der Morgentoilette greift die Landwirtin zur Mistforke. Das Gros der Boxen und die Offenstallanlage entmistet sie selbst. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug. Heute hat sich für 10 Uhr Hufschmied Andreas Dohm angekündigt.

An anderen Tagen stehen Reitunterricht, Beritt oder Jungpferdeausbildung am Vormittag auf dem Programm. Auch Tierarzt Dr. Volker Henschel schaut bei Bedarf gern am Morgen vorbei. Andreas Dohm kommt 20 Minuten zu spät. So bleibt Claudia Henseler Zeit für Kaffee und Schokoriegel im Büro. Der Anrufbeantworter blinkt, auf dem E-Mail-Konto sind interessante Anfragen für Reiturlaub, und Verkaufspferde eingegangen. Bevor die Reiterhofbesitzerin diese beantwortet hat, knattert auch schon der Transporter des Hufschmieds auf den Hof. Auch Andreas Dohm ist schon seit den frühen Morgenstunden unterwegs. Er freut sich auf einen Klönschnack mit Claudia Henseler. Private Probleme beschäftigen ihn. Gerade sind Frau und Kinder aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Während sich der Schmied im Reitsport-Hofladen seinen Werkzeugsatz mit Hufmesser und -feilen erneuert, laufen die Kaffeebecher voll. Die kleinen Pause muss sein, auch wenn sich im Büro der Schreibkram stapelt. Dann geht es an die Arbeit. Der Hufschmied und sein kräftiger Helfer sind ein eingespieltes Team. Die Wünsche von Claudia Henseler kennen sie gut. So sind nur wenige Anweisungen nötig. Huf ausschneiden, beschlagen, vortraben, nächstes Pferd. Die Stallmanagerin nutzt ihre Pausen, um Pferde in die Führanlage zu stellen und eine Ration Kraftfutter zu verteilen. Nach fünf Pferden rollt der Hufschmied mit seinem Transporter gegen 13.30 Uhr wieder vom Hof. Jetzt gönnt sich Claudia Henseler eine schnelle Mahlzeit. Mehr als ein Dosengericht ist heute nicht drin. Es muss schnell gehen, denn die Reiterhofchefin freut sich auf ihre Mittagspause. Eine knappe Stunde fällt sie auf dem Sofa in den Tiefschlaf. Vor der Haustür warnt eine Schiefertafel mit der Aufschrift „Mittagsruhe“ mögliche Besucher vor dem Anklopfen. Wer die Hofinhaberin jetzt weckt, vermiest ihr gehörig die Laune. Kurz nach halb drei steht Claudia Henseler wieder gut gelaunt mit dem Kaffeebecher auf Hof. Schon wartet ein Kunde vor dem Reiterladen. Ein neues Halfter soll es sein. Der Verkauf ist noch nicht perfekt, da füllt sich der Parkplatz mit weiteren Fahrzeugen. Mit der Käuferin einer zweijährigen Stute hat sich die Westerntrainerin um 15 Uhr für eine Jungpferdeausbildungsstunde verabredet. Gleichzeitig treffen Besitzer von Pensionspferden und das Handy klingelt. Ein Kunde möchte den Pferdeanhänger leihen. Die Reiterhofchefin ist ein Multitaskin-Talent.

Während sie das Jungpferd für das Training vorbereitet, trägt sie den Termin für den Anhängerverleih ein und begrüßt ihre Gäste. Punkt 15 Uhr steht sie mit der zweijährigen Appaloosastute in der Halle. Die nächsten 45 Minuten gilt ihre ganze Aufmerksamkeit dem Pferd. Dann bleiben Claudia Henseler 15 Minuten um das Jungpferd einzudecken und zurückzubringen, einmal kurz auf der Toilette zu verschwinden und die nächsten beiden Pferd für den Reitunterricht vorzubereiten. Zum Glück sind die Reitschüler Stammkunden, die sich gut auskennen und Putzen und Satteln eigenständig übernehmen. Nach der Reitstunde ist Futterzeit. Beim Gang von Box zu Box und zur Offenstallanlage wirft die Stallmanagerin noch einmal einen Blick auf jedes Pferd. Auf dem Hof sind inzwischen weitere Reiter von Privatpferden eingetroffen. Auch Tochter Daisy ist zurück von der Schule. Doch bevor sich die Reiterhofchefin in ihre Privatwohnung zurückzieht, schaut sie noch einmal ins Büro. Im Onlineshop sind Anfragen und eine Bestellung eingegangen. Der Anrufbeantworter blinkt nervös. Urlaubsgäste möchten die Ferienwohnung reservieren, Anzeigenberater eines Fachblattes bitten um ein Inserat und die Landwirtschaftskammer will einen Kontrolleur vorbeischicken, der die Angaben zum Antrag für die Grünlandprämie überprüft. Das muss warten. Anfragen und Bestellungen bearbeitet die Reiterhofchefin sofort. Dank des Online-Banking-Verfahren ist es ihr auch möglich die Bankgeschäfte jeder Zeit pünktlich abzuwickeln. Wenn da bloß nicht dieser Wust an Belegen wäre. Das erste Jahresquartal ist fast um.

Dann muss alles für die Umsatzsteuererklärung geordnet sein. Anstatt mit Reitunterricht Geld zu verdienen wird sich Claudia Henseler am kommenden Wochenende in ihr Büro einschließen und sich um die Buchhaltung kümmern. Gegen 19 Uhr ist heute Zeit für etwas Privatleben. Doch der Arbeitstag ist damit noch nicht vorbei. Noch einmal macht die Stallbesitzerin gegen 22 Uhr ihren Rundgang, füttert bei Bedarf , kontrolliert die Tränken und wirft einen Blick auf jedes Tier. Das angeschwollene Euter einer Zuchtstute deutet auf eine baldige Geburt hin. Für heute Nacht stellt sich Claudia Henseler daher zwei Mal den Wecker. Um 2 Uhr und um 4 Uhr wirft sie nach dem Klingeln einen Blick auf den kleinen Monitor neben ihrem Bett. Die Abfohlboxen kann sie so überwachen.

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